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Von kulturellen und kulinarischen Köstlichkeiten

Studienfahrt der Fachschulklasse F15B nach Krakau

Frei nach Karl Julius Weber „Reisen sind das beste Mittel zur Selbstbildung“ begab sich die F15B vom 12.5. - 16.5.2017 innerhalb der praxisintegrierten Ausbildung zur/ zum Heilerziehungspfleger_in auf eine Studienfahrt nach Krakau. Trotz langer Wartezeiten am Hamburger Flughafen freuten wir uns nach Ankunft im Hotel gegen 23:00 Uhr noch auf die erste Stadterkundung, bei der auch ein Einblick in die Wirtschafts- und Lokalpolitik nicht fehlen durfte. Unser Hotel, ein traditioneller Familienbetrieb, dem unsere Schule schon lange verbunden ist, lag etwas abseits der Innenstadt, war aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen.

Krakau selbst ist bunt, lebendig und angefüllt mit wundervollen Wahrzeichen, wie z.B. die Marienkirche aus dem Jahre 1287, die auf dem weltweitgrößten mittelalterlichen Marktplatz, dem Rynek steht und von derem Turm zu jeder vollen Stunde ein Turmbläser ein Trompetensignal in alle Himmelsrichtungen ertönen lässt. So richtet sich der Blick der Tourist_innen automatisch zur Marienkirche und interessanterweise verstummen beinahe andächtig Gespräche und Kaufgeschäfte auf dem Marktplatz bis der letzte Ton verklungen ist.

Der erste Tag begann direkt nach dem Frühstück mit einer Stadtführung durch Krakaus Altstadt und dem Besuch des Wawel, ein Hügel, von dem die Könige das Land regierten und seit mehr als 1000 Jahren als Zentrum weltlicher und geistlicher Macht gilt. Die Burganlage ist sehr imposant und heute Weltkulturerbe der UNESCO.

Krakau ist insgesamt mit vielen historischen Gebäuden eine echte Augenweide und macht neugierig auf die Geschichte, die unter anderem seit 1938 aufs engste mit Karol Wojtyla - Papst Johannes Paul II verbunden ist. Und somit haben wir eines schnell feststellen können: Um einen wirklich bereichernden Einblick in die Stadtgeschichte, die Kunst und die Kultur zu erhalten, um die Schönheit und Präsenz der Wahrzeichen der Stadt wirklich zu erkennen, geht das nicht ohne eine kompetente Stadtführerin, die uns zudem mit ihrer Liebe zu ihrer Stadt mitriss. Deshalb unser gut gemeinter Rat: Wer ohne Frau Jünger und Herrn Zander unterwegs ist, sollte die Möglichkeit einer Stadtführung, die an jeder Ecke der Stadt - zu Fuß, mit der Pferdekutsche oder kleinen Elektrobussen - angeboten wird, annehmen ;-)

Die Bedeutung des Besuches der Gedenk- und Mahnstätte des Konzentrationslagers Ausschwitz und Birkenau sowie die damit verbundene Auseinandersetzung mit unserer geschichtlichen Vergangenheit war uns allen im Vorfeld sehr bewusst, allerdings wurden wir mit uns bis dahin nicht vorstellbaren Gräueltaten konfrontiert, die uns nachhaltig persönlich, aber auch mit Blick auf unsere Arbeit mit Menschen mit Einschränkungen beschäftigen und berühren.

Auch kulinarisch bietet Krakau mit seinem vielen Bars, Restaurants und Cafés jedem/ jeder etwas nach seiner/ ihrem Gusto und laden zum Verweilen ein.

Für das Miteinander und den Zusammenhalt innerhalb unserer Klasse gab es neben dem Kulturprogramm und dem kritischen Auseinandersetzen mit unserer Geschichte ebenso Freiräume, die wir ausgiebig nutzen konnten. Nach Interesse wurde zum Beispiel ein Konzert der Krakauer Symphoniker in der Philharmonie und das Salzbergwerk Wieliczka, das seit 1978 ebenfalls auf der UNESCO-Liste der Weltkulturerbe steht, besucht. Für alle anderen galt zum Beispiel das Angebot einer ausgiebigen Shoppingtour innerhalb der Stadt, das Schlendern durch die historischen Tuchhallen und das Genießen eines Cappuccinos in einem der vielen Inn-Cafés, denn auch kulinarisch bietet Krakau mit seinem vielen Bars, Restaurants und Cafés jedem/ jeder etwas nach seiner/ ihrem Gusto und laden zum Verweilen ein.

Und wenn man in Krakau ist, darf natürlich das so eindrückliche jüdische Viertel Kazimierz nicht beim Erkunden fehlen, das uns zum Gehen auf seinen historischen Wegen einlud, wobei die Krakauer vom Grill auf dem Neuen Platz inmitten Kazimierz’ unbedingt probiert werden musste.

Leider hieß es nach fünf Tagen in dieser beeindruckenden Stadt, dieser „Do widzenia“ zu sagen. Dieser Einblick war für uns eindeutig zu kurz, da waren wir uns alle einig, sowie dass diese gemeinsame Studienfahrt nach Krakau ein echtes Highlight unserer Ausbildung war. Unser Dank gilt an dieser Stelle Herrn Zander und Frau Jünger für die Planung und Durchführung dieser für uns ganz besonderen Zeit, welche von der Gastfreundschaft unserer europäischen Nachbarn unterstrichen wurde.

Ich denke jede_r von uns hat ein kleines Stück Krakau mit nach Hause genommen, zerrt hiervon sicherlich noch eine ganze Weile und freut sich über persönliche neue Facetten von Webers „Selbstbildung“.


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