H18A 180709

Die Künstlerinnen stärken

Die Heilpädagoginnen besuchen das Kunsthaus Kannen auf dem Alexianer-Campus in Münster

Die Klasse H18A der Fachschule für Heilpädagogik besuchte in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien das Kunsthaus Kannen, das in den Klinikkomplex der Alexianer Münster, einer Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, eingegliedert ist.

Zunächst stand ein Rundgang durch den Sinnespark, der nach Ideen zum „Erfahrungsfeld der Sinne“ von Hugo Kükelkaus in den 90er Jahren konzipiert und angelegt wurde und sich inzwischen zum beliebten Naherholungsort für die Münsteraner entwickelt hat, auf dem Programm. 

 

Am frühen Nachmittag führte Lisa Inckmann, Leiterin der Einrichtung, die Studierenden durch das Kunsthaus Kannen - „Museum für Outsider Art und Art Brut“. Gezeigt werden hier Kunstwerke, die von Künstlern ohne Ausbildung intuitiv hergestellt und außerhalb des offiziellen Kunstmarktes angeboten und verkauft werden.

Die Entstehung des Kunsthauses geht auf die Förderung künstlerisch besonders begabter Langzeitpatienten zurück, deren kreative Arbeit und Entwicklung seit den frühen 80er Jahren kontinuierlich unterstützt wurde. Seit Oktober 2000 ist das Kunsthaus als „Modellprojekt Gemeinschaft behinderter Künstler“ anerkannt und wird von der Alexianer Bruderschaft und der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes NRW gefördert, bislang einzigartig in Deutschland.

Aus der Fülle des entstandenen Bildmaterials entwickelte sich im Laufe der letzten 30 Jahre eine Sammlung von nunmehr über 5000 Werken, aus deren Fundus kontinuierlich Ausstellungen im In- und Ausland organisiert und präsentiert werden. Der Bestand der Sammlung umfasst neben Zeichnungen und Malereien mittlerweile auch mehrere Skulpturen.

Ein großzügig angelegter, behindertengerechter Neubau, der Ende 2000 fertiggestellt wurde, Ateliers und Ausstellungssaal des Kunsthaus Kannen unter einem Dach vereint, bietet neben dem regelmäßigen Ausstellungsbetrieb viel Platz für Projektarbeit, Workshops, Tagungen und Vorträge zum Thema Kunst und Psychiatrie, „Outsider Art“ sowie „Art Brut“. Als integrative Begegnungsstätte sowohl für Künstler*innen mit und ohne Behinderung steht das Kunsthaus mit seinem Atelier- und Ausstellungsbetrieb, einer kleinen Fachbibliothek und einem Art-Shop mit Bilder-, Postkarten- und Katalogverkauf jedem Interessierten offen.

Kooperationspartner

Slick Playground