Nadine Hollmanns Auslandspraktikum in Sonderborg, Dänemark

„Hej og velkommen i Danmark!“ oder „Mojn“, wie sich hier, im deutsch-dänischen Grenzgebiet auch begrüßt wird.

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Erzieherin konnte ich mein letztes achtwöchiges Praktikum vor dem Examen in einem deutschen Kindergarten in Dänemark absolvieren.

Foto Danmark

Der Träger DKS betreibt in der Kommune Sonderborg im deutsch-dänischen Grenzgebiet vier Kindergärten. Zwei liegen im Zentrum der Stadt, zwei sind ländlich gelegen, ca. eine halbe Stunde mit dem Bus von Sonderborg entfernt.

Die süddänische Stadt Sonderborg ist eine mittelgroße Studentenstadt an der Ostsee, die auf der durch Brücken mit dem Festland verbundenen Insel Als liegt.

Die Kindergärten haben ein bilinguales Konzept. Sowohl Kinder der deutschen Minderheit in Dänemark und aus Einwandererfamilien als auch Kinder aus dänischsprachigen Familien besuchen die Einrichtungen. Überwiegend wird deutsch gesprochen, häufig kommt es aber zu einem „Sprachmix“, gerade der jüngeren Kinder: viele Kinder nutzen häufig dänische Wörter in ansonsten deutschen Sätzen, unterhalten sich aber auch besonders im Freispiel untereinander auf Dänisch. Auch die Erzieher*innen wechseln oft zwischen den Sprachen, sowohl mit den Kindern als auch untereinander.

Für Praktikant*innen aus dem deutschsprachigen Raum, die kein dänisch sprechen, ergeben sich keine Verständigungsschwierigkeiten. Es gibt immer Kinder und Erzieher*innen, die gerne übersetzen, aber aus meiner Erfahrung heraus prägen sich häufig gefallene dänische Wörter durch den Kontakt auch schnell ein.

Ich habe in meiner Zeit in Dänemark viele neue Erfahrungen sammeln können. Die Arbeit ist hier sehr nah am Kind und der Grad der Partizipation ist hoch. Es ist gelebte Normalität, täglich und bei jedem Wetter draußen zu sein. Alle Kinder, aber auch alle Erwachsene sind hier außergewöhnlich gut mit wetterfester Kleidung ausgestattet, sodass auch wirklich ein längerer Aufenthalt trotz Kälte in der Natur möglich ist. Einmal in der Woche hatte jede Gruppe einen sogenannten Tourtag. Dabei geht es mit Brotkästen (Anm. das sind besonders große Brotdosen mit Proviant für den ganzen Tag) ausgestattet hinaus, das Lebensumfeld zu entdecken. Ein Beispiel hierfür ist der Strand.

In der Einrichtung wird sowohl die deutsche wie auch die dänische Kultur gelebt. Dies zeigt sich besonders in der Weihnachtszeit, in welcher das Auslandspraktikum in der Regel stattfindet. Ein Beispiel hierfür ist „der Nisse“, ein dänischer Wichtel, der im Kindergarten einzieht.

Sehr gut gefallen hat mir auch die enge Zusammenarbeit mit der deutschen Schule, welche die Vorschulkinder bereits einmal im Monat besuchen. In Dänemark beginnen die Kinder mit „Klasse Null“, einer Art Vorschulklasse. Hier konnte ich auch einiges über das dänische Schulsystem erfahren, da ich mehrmals die Möglichkeit hatte, die Kinder zu der Schule, die direkt am Strand liegt, zu begleiten.

Meine Einrichtung war in dem Ort Rinkenaes, zwischen Sonderborg und Flensburg gelegen. Mit dem Bus sind beide Städte gleichermaßen gut und ohne Umstieg zu erreichen. Ich empfehle, sich rechtzeitig um eine Unterkunft zu bemühen, da gerade hier das höhere dänische Preisniveau zu spüren ist. Die Kosten werden durch das Erasmusprogramm aber gut abgedeckt.

Sowohl von den Kolleg*innen als auch von den Eltern und Kindern wurde ich sehr herzlich und unkompliziert empfangen.

Ich kann ein Auslandspraktikum in einer Einrichtung des DKS nur empfehlen und empfinde es als eine große Bereicherung.

Mange tak - Vielen Dank für diese Möglichkeit.

Hej hej, Nadine

Kooperationspartner

Slick Playground